“Duality” ist MOCs siebtes Album – und eine deutliche Zäsur zu den Vorgängern “Diorama” und “Deviation”. Die elf Stücke sind elektronisch, aber sie sind kürzer, prägnanter, griffiger, ohne den Detailreichtum aufzugeben, für den MOC seit über 20 Jahren steht. Die Tracks wirken unmittelbarer, sind dichter an der Emotion: keine ausufernden Landschaften mehr, sondern konzentrierte Energieschübe.
Einerseits
Wird’s schneller, zieht “Duality” die Schrauben an: Härtere Tracks, die fies bis ,funky durch die Boxen drücken und von Wucht, Schwung und Rhythmus angetrieben werden. Hier reibt sich Grit an Glitch, als hätte jemand MOC im bunten Mangaland ausgesetzt und ihnen ein „Hyperpop Demon Hunters“-Powerup in die Hand gedrückt. “Reibung ist kein Nebeneffekt, sondern das Prinzip, das diese Stücke zusammenhält”, meint Wolfgang.
Andererseits

Auf der anderen Seite wird es langsamer – weicher und gelassener; ruhige Tracks, die fast schon eskapistisch wirken, gemächlich wie eine Fahrradtour um die bayerischen Seen. “Aber Kuschelpop ist das nicht”, sagt Anatol. Denn unter der Oberfläche rumort, grummelt, knarzt es. Selbst die sanftesten Passagen tragen die Ahnung in sich, dass hinter der nächsten Kurve wieder eine böse Kante wartet – Untertöne von schlechten Schulnoten inklusive.
Die KI and me
Während andere aufs KI-Knöpfchen drücken, extrahieren MOC ihren Maschinen ein paar spannende Samples, um dann Monate in die Nachbearbeitung zu stecken. Hier wird gehämmert, gefeilt, geschliffen, bis jeder Ton sitzt – fast eineinhalb Jahre lang: Handarbeit im Detail, Reibung als Motor und ein Album, das sich konsequent weigert, glattgebügelt zu sein.
Duality im Mix
Wolfgang Schmetterer: Frequenzen unter 100 Hz, Neuschwanstein™, Elektromagnetische Gerätschaften, Percussion, Medium Quality Compression, Mixing & Mastering School of Witchcraft.
Anatol Locker: Synths & Loops, Elektronikschnittchen & Data Orchestra, modulare Holzbretter, Gnarly Bits, Radio Eriwan.
File under: Electronica, Slow & Deep, IDM, Indietronic, MOCbient, Wasauchimmer.