Isa + der Wolf – Weitzerziehen (2026)

„Nach unserem letzten Track ‚Alina, das Mädchen mit dem Roller‘ hatten wir die ganze Szenerie plastisch vor Augen“, erinnert sich Wolf. „Alina, ihr Roller – und plötzlich waren da auch Krähen.“

Während Krähen manchen Menschen eher Angst machen, sehen Isa + der Wolf in ihnen beeindruckende und weise Geschöpfe. Direkt hinter Wolfs Haus nistet jedes Jahr ein riesiger Schwarm, der ab dem Morgengrauen im Wäldchen ordentlich Radau macht.

„Wir finden es faszinierend dem Schwarm zuzusehen“, schwärmt Wolf. „Das ist ein perfekt inszeniertes Spektakel, frei und anmutig.“ Doch die Vögel bleiben nie lange an einem Ort. „Sie müssen immer wieder weiterziehen“, so Isa. „Sie scheinen unstet, rastlos und spielerisch, aber doch klar koordiniert.“

Die Dynamik zwischen Freiheit und Fokus hat das Duo in ihrem neuen Song eingefangen. Und Wolf witzelt: „Die Krähen haben sich die Nummer redlich verdient!“

Reinhören und einfach mitfliegen!

Text und Musik: Isabelle Künstler / Wolfgang Schmetterer
Produktion / Mix / Mastering: Wolfgang Schmetterer

Ein Mini-Studio am Rande des Universums. Gedimmte Beleuchtung, Blümchentapete und Kräutertee. Leise surrt der Audio-Computer. Isa + der Wolf viben auf der Couch. Ein neuer, genialer Track liegt in der Luft. 

“Lass uns vielleicht”, sagt Isa, „diesmal etwas ganz anderes versuchen. Zum Beispiel etwas mit Tieren.” – “Oder lieber etwas ganz Abstraktes?”, meint Wolf. 

Darauf Isa: “Warum nicht gleich beides? Wir sollten beides gleichzeitig machen, um eine Spannung zu erzeugen.” Und der Wolf: “Ich meinte eher so ein abstraktes Prinzip wie die Freiheit oder die Chaostheorie oder das Glück.” 

“Auf gar keinen Fall etwas mit deutschen Philosophen”, meint Isa, „weil dann … dann kommt garantiert so ein schweinchenschlauer Kulturjournalist im abgewetzten Cordanzug an und erklärt dir, wie Gevatter Schopenhauer das mit dem Glück wirklich gemeint hat. Das braucht niemand. Nein, danke!”

“Okay, okay, so wird das natürlich nichts mit unserem neuen Track”, gibt der Wolf zu. “Vielleicht sollten wir einfach nur unsere Geschichte weiter erzählen.” Isa so: “Au ja! Wir hatten letztes Mal dieses kleine Mädchen mit dem Roller, das du für unseren letzten Track aufgemalt hattest. Alina! Wohin fährt die eigentlich?”

“Nach Hause zum Abendessen natürlich. Ihr Papa hat gesundes Biogemüse gekocht, Pastinaken und Karotten mit Petersilie. Eigentlich mag sie das gar nicht so gerne. Sie isst das nur, damit er glücklich ist”, mutmaßt Wolf. “Nee — Alina rollert zu ihrer besten Freundin im Nachbarort”, berichtigt Isa. “Sie wollen Kettensägenfilme gucken, weil bei der Freundin niemand zu Hause ist. Und weil sie Harry Potter doof finden. Die Mutter ist bei ihrer Freundin auf einen Aperol Spritz und das kann ewig gehen. Und der Vater ist im Sportverein bis 22:30 stupides Zirkeltraining und danach ein Sportbier oder zwei mit den Vereinskollegen. Was man auf dem Land eben so macht.” 

Nun macht der Wolf die kreative Stimmung endgültig platt: “Also diesen Track willst du jetzt echt nicht hören. Das klingt abscheulich! KREISCH, KREISCH! ICH BIN DIE KETTENSÄÄÄGE!!!!!”

Dann wird es eine Weile still.  Es wird noch stiller und die Beiden lauschen dem leisen Surren des Computers. Eine ganze halbe Minute passiert rein gar nichts.

Da hat Isa ihren Wickie-Moment: “Ich hab’s! Ein Vogel. Was größeres, wie zum Beispiel eine Krähe. Oder ::: viele Krähen! Die fliegen dann über Alina. Die Krähen gucken runter auf das Mädchen.” Der Wolf darauf: “Gut. Lass uns annehmen, da sind Krähen. Was machen die Krähen den ganzen Tag? Krächzen? Und immer nur … weiter ziehen?”

“Ja, ich glaube, das ist genau das, was sie tun, immer weiterziehen“, fasst Isa zusammen. “Sie ziehen von einem Ort zum anderen und halten sich nicht lange mit irgend etwas auf. Sie genießen den Wind unter ihren Flügeln und spüren ihre Freiheit. Sie tun, was sie müssen, aber – sie sind glücklich!” 

“Eigentlich ist das ein richtig schönes Bild”, sagt Wolf. “Und mit Tieren, Glück und Philosophie“, stimmt Isa zu.